Die eigenen Haare flechten - wie geht das?

Eigene Haare flechten
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Sich selbst Rastazöpfe, Cornrows usw. flechten - geht das denn?

Kurz gesagt: Ja, es geht! Alle guten Flechter(innen) die ich kenne sind ohne Probleme in der Lage sich ihre Haare selbst zu flechten. Ich frage einmal Abrehet, die Besitzerin des Magic Style Haarflecht-Ateliers, wie sie denn das nur hinkriegt sich selbst die tollsten Flechtfrisuren zu zaubern, vor allem am Hinterkopf. Ihre Antwort war schlicht und einfach: "Wenn man nur lange genug übt, sieht man mit den Fingern". Nun, ja die Gute macht das schließlich schon seit sie ein kleines Mädchen war. Ich frage mich also, ob ich das wohl auch hinkriegen könnte. Um es kurz zu machen, ja, ich kann es inzwischen auch! Es hat mich allerdings viel Geduld und Übung gekostet. Im Laufe der Zeit bin ich auch auf ein paar Kniffe gekommen, die unheimlich helfen. Üben und geduldig sein müsst ihr trotzdem, aber ich denke das es mit Hilfe meiner Tipps schneller gehen wird.

Voraussetzungen:
Ihr solltet die Grundtechnik der jeweiligen Flechtfrisur (Rastazöpfe, Cornrows..) schon recht gut beherrschen. Falls ihr Kunsthaar mit einflechten wollt, was empfehlenswert ist, solltet ihr das auch schon gut drauf haben. Auch das Thema Haarauftaufteilung solltet ihr bereits gut beherrschen. Ausserdem ist ein Spiegelschrank im Bad der einen "Rundumblick" und freie Hände erlaubt eine enorme Erleichterung. Ansonsten braucht ihr nur noch die üblichen Flechtutensilien wie einen Stilkamm zur Haaraufteilung, Haarklammern, Kunsthaar, sowie viel Geduld...

Probleme und deren Lösungen fuer den/die Selbstbeflechter(in):

Die nachfolgenden Tipps beziehen sich speziell auf Rastazöpfe, sind aber auch für alle anderen Flechtfrisuren hilfreich.

  1. Die Handhaltung und der Bewegungsablauf sind spiegelverkehrt im Vergleich zu der Situation, wenn man jemand anderem die Haare flicht. Daran muss man sich erst gewöhnen. Hier hilft nur üben, üben, üben.
    Mein Tipp: Oft irritiert es mehr, wenn man dabei in den Spiegel schaut! Versucht es mal blind, ihr werdet erstaunt sein! Den Spiegel braucht man eigentlich nur zur Haaraufteilung. Also teilt eine Haarsträhne vorne an der Stirn ab (da geht es am leichtesten), steckt die anderen Haare mit Haarklammern weg so das sie nicht stören und probiert mal eine Kunsthaarsträhne mit der gewohnten Technik anzuflechten. Nicht die Flinte ins Korn werfen, es kann schon sein das es erst nach einem Dutzend Versuche klappt.
  2. Sobald es mit dem Anflechten vorne ganz gut klappt, könnt ihr Euch an den Hinterkopf wagen. Ihr werdet merken das es sehr schwierig werden kann den Zopf dicht an der Kopfhaut zu anzuflechten. Das liegt daran, das man sich mehr und mehr verrenken muss und die Finger trotzdem nicht richtig ansetzen kann. Mein heisser Tipp für das Anflechten am Hinterkopf: Beugt Euch dabei nach vorne! Dadurch koönnt ihr ganz leicht dieselbe Handhaltung erzielen wie vorne an der Stirn und der Zopf sitzt auf einmal goldrichtig!
  3. Wie ihr aus dem Kapitel Haaraufteilung hoffentlich wisst, ist eine saubere Haaraufteilung das A und O. Vorne geht es ja noch mit Hilfe des Spiegels, hinten wird es auch mit "Panoramaspiegel" schwierig, vor allem weil der Spiegel ja alles - wie sollte es anders sein - spiegelverkehrt zeigt, was am Anfang irritiert. Mit etwas Übung und den Haaraufteilungstricks aus dem Kapitel Haaraufteilung, bekommt ihr das aber hin!
    Mein Tipp fuer Nervenschwache: Lasst Euch die erste Frisur von einem Profi flechten. Dann habt ihr eine saubere Haaraufteilung als Grundlage. Nach Ablauf der Tragezeit koennt ihr dann einfach jeden Zopf erst aufflechten und dann - nach dem Entfernen des Haarrings - sofort wieder neu flechten und so die Aufteilung uebernehmen! Das funktioniert ca. 2-3 mal auf diese Art. Danach muss die Haaraufteilung neu gemacht werden, weil sich durch den natürlichen Haarwechsel (was bedeutet das Haare ausfallen und neue dafür nachwachsen, aber nicht unbedingt am selben Fleck) die Aufteilung immer mehr "verwischt".
  4. Man kann das Ganze auch erst mal an einem Übungskopf ausprobieren! Dabei muss man sich dann einfach dicht hinter den Kopf stellen (also nicht dem Übungskopf ins "Gesicht blicken") und dann versuchen vorne an der Stirn eine Zopf anzuflechten. Die Handhaltung ist dann genau dieselbe, als wenn man an sich selbst herumflicht.